Schlägel und Eisen
von Dieter Müller
Schlägel und Eisen sind von jeher das bergmännische Wahrzeichen.
Schon im frühen Mittelalter war es in den Wappen der Bergstädte,den Fahnen und Bergmannskitteln zu sehen.
Noch heute ist es auch in Senftenberg an vielen Gebäuden vorhanden.
Mit Stolz tragen es heute noch die Bergleute zu besonderen Anlässen
auf ihren Fahnen und Uniformen.
Georgius Agricola, der sich als Forscher und Verfechter des mittelalterlichen
Berg- und Hüttenwesens einen Namen gemacht hat,
beschreibt Schlägel und Eisen in seinem 1556 erschienenen großen Bergbuch wie folgt:
Die Bergleute erfassen mit der einen Hand den Stiel des Eisens,
während sie auf das Eisen, das sie an das Gestein halten, mit dem Schlägel schlagen.
Mit dem Eisen zerkleinern sie die härtesten Gänge.
So mühselig die Arbeit mit Schlägel und Eisen auch war, sie blieb über Jahrhunderte,
neben dem Geleucht das wichtigste Werkzeug des Bergmanns. Im Laufe der Jahre schritt
die Technik immer weiter voran, bald kam das Schießpulver in den Bergwerken zur Anwendung.
Später dann die maschinelle Gewinnung. Schlägel und Eisen, das unentbehrliche Arbeitsgerät,
das Gezähe, wie es die Bergleute nannten, wurde nicht mehr gebraucht.
Nur in den Liedern blieb es bis heute lebendig.
Voll Stolz blickt der Bergmann auf sein ehrwürdiges altes Wahrzeichen.
Ärgerlich und gegen die Ehre des Bergmanns sind die falschen Bezeichnungen wie Hammer und Schlegel.
Auch in Zeichnungen und Grafiken ist es vielfach verkehrt dargestellt.
Man muß den Ursprung der Entstehung des Wahrzeichens kennen.
Die beiden Gezähe (Schlägel und Eisen) müssen so übereinander liegen,
dass der Schaft des Schlägels sich über den Schaft des Eisens befindet.
Den Schlägel ergreift der Bergmann mit der rechten Hand zuerst, und deshalb legt er sein Gezäh so hin,
daß er es geschickt wieder zur Hand nehmen kann.
Auch muß der Schaft des Eisens aus diesem etwas herausragen,
während der Schaft des Schlägels das Öhr nicht überragen darf.
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