St. Barbara
Die Schutzpatronin der Bergleute


Nach der Überlieferung lebte um die Wende vom 3. Zum 4. Jahrhundert n. Chr. In Nikomedien in Kleinasien ein angesehener reicher Kaufmann mit Namen Dioskorus.

Seine Tochter Barbara-sie war von außergewöhnlicher Schönheit-fand in dem alten griechischen Götterglauben keine Befriedigung und wandte sich deshalb der neuen Religion der Christen zu. Um sie am Umgang mit den Christen zu hindern, ließ der Vater sie während einer längeren Abwesenheit in einem Turm sicher verwahren. Aber gerade in dieser Einsamkeit hatte sie Zeit, über die Welt und ihre Schöpfer nachzudenken und wurde so zu einer überzeugten Christin.

Der zurückkehrende Vater hatte für sie einen angesehenen Bräutigam ausgewählt. Sie wollte aber keine eheliche Verbindung eingehen. Der Vater gewährte ihr Bedenkzeit und ließ im Turm einen schönen Raum nach dem Brauch der Götterverehrung herrichten.Diesen gestaltete Barbara jedoch zu einem christlichen Weiheort um.

Ihrem Vater erläuterte sie den Sinn der vorgenommenen Veränderung und bekannte sich mutig als Christin. Der entzürnte Vater wollte sie auf der Stelle töten. Es gelang ihr zu entfliehen und sie fand in einem Schacht bei Bergleuten Zuflucht.

Doch der Vater fand sie und führte sie dem Richter vor. Trotz Bitten, Drohungen und grausamen Folterungen blieb Barbara standhaft und leugnete ihren Glauben nicht. Sie starb schließlich durch die Hand des eigenen Vaters, der sich selbst zum Henker erboten hatte. Nach der Legende traf den Vater daraufhin sogleich die Strafe: ein Blitzschlag zerschmetterte ihn.

Den bildlichen Darstellungen der schönen Jungfrau und Märtyrerin ist im Gedenken an ihr schreckliches Schicksal meist ein Turm beigegeben, dessen drei Fenster die Dreieinigkeit des christlichen Glaubens symbolisieren.

Als Fürbitterin gegen den jähen Tod ist sie den Bergleuten eine enge Vertraute. Sie wird nicht nur um ihrer Standhaftigkeit Willen geehrt, sondern sie ist für den Bergmann – ganz gleich welcher Konfession – Symbol der Rechtlichkeit seines Werktages, Sinnbild seiner Arbeit, Inbegriff seines Standesbewußtseins und Verkörperung bergmännischer Tradition.

Nach altem Brauch gedenken die Bergleute am 4. Dezember im festlichen Rahmen der Heiligen Barbara.

Glückauf

Dieter Müller

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